Vorweihnachtszeit bzw. Engelchen überall

Erstmal vorweg: jedes Jahr bin ich irritiert, wenn ab August die ersten „Weihnachtsprodukte“ in den Regalen stehen. Ganz ehrlich: Es gibt für mich zwei Gründe, einen Laden NICHT mehr zu betreten.

  1. der Verkäufer an der Kasse fragt mich zum 50 Mal:“ Haben Sie die Bonuscart? Haben Sie die Deutschlandcart?“
  2. wie oben erwähnt, wenn die Weihnachtskekse und Nikoläuse die echten Grundnahrungsmittel ab dem Spätsommer bereits verdrängen.

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Und da wäre ich schon beim nächsten Thema. Warum gehe ich überhaupt einkaufen? Gemeint ist hierbei das Thema „Shopping“. Also Produkte, die man nicht unbedingt zum Überleben benötigt. Und Shopping ist ja auch noch sehr konfliktträchtig in Beziehungen.

Letztens wollten wir eine warme Jacke „shoppen“ für meine Frau. Marcus (also ich! Warnung vor Menschen übrigens, die in der dritten Person von sich berichten), hatte folgendes Ziel:“Schatz. Komm, wir fahren eben nach Bochum und kaufen dir eine warme Jacke.“ —
Schatz dazu:“Oh ja, gute Idee, es wird immer kälter.“ —
Nach diesem kurzen Dialog war für mich alles klar. Wir fahren nach Bochum, kaufen eine Jacke, verzehren noch zwei bis drei Glühwein + Pommes Rot-Weiß und fahren glücklich erregt zurück (natürlich verantwortungsvoll mit der Straßenbahn).

So liebe jungen, noch unerfahrenen Herren. Fehler! Ich selbst musste erst fast 40 Jahre alt werden, um diese Erkenntnis dankbar zu gewinnen. Frauen gehen nicht unbedingt in die Stadt shoppen, um dann wirklich etwas zu kaufen. Meine Frau zumindest nicht. Sie wollte lediglich verschiedene Jacken und Geschäfte besichtigen um dann kund zu tun, dass wir an anderen Tagen erneut suchen sollten. Mein Ziel an diesem Tag war jedoch: Meine Frau mit einer warmen Jacke zu beglücken. Welten prallten aufeinander und Unmut war das einzige, was wir an diesem Abend mit nach Hause nahmen. Selbst der Glühwein wurde in beiderseitigem Einverständnis missachtet nachdem ich knurrte:“Wir gehen jetzt in den Scheißladen, kaufen ne Jacke und du bist glücklich!“

Daheim, wir redeten irgendwann wieder miteinander, beschloss nun meine Frau, im Internet nach einer passenden Jacke zu suchen. Und siehe da! 🙂 Das passende gute Stück war nach fünf Minuten (!!!) gefunden. Warum…. ich frage… Warum nicht gleich so? Zwei Tage später kam die Jacke pünktlich an und wurde gleich anprobiert…. leider passte sie „NICHT SO GAAAANZ PERFEKT“ und wurde zurück geschickt. 🙁

Am Folgetag fuhren wir somit erneut nach Bochum. Doch nun hatte sich meine Einstellung grundlegend geändert bezüglich „Shoppen“. Ich habe gar nicht mehr das Ziel etwas zu kaufen. Nein 🙂 Ich besichtige nur noch (wie meine Frau) und reagiere freudig überrascht, wenn sie etwas passendes entdeckt. Bin dann aber nicht enttäuscht, wenn wir es zurück legen und in drei anderen Geschäften erst nochmal weiter suchen.

Meine Herren: es kommt auf die Erwartungshaltung an ! 🙂

So, ich bleibe am Ball und werde von den nächsten Shopping-Touren sicher vor dem 24.12. nochmal berichten. Ne Jacke haben wir jetzt aber. Lag noch vergessen im Schrank vom Vorjahres-Weihnachts-Shopping.

P. S. Ich liebe sie einfach.

 

von Marcus Hanke, Foto-Agentur.de

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